Die Märkte haben in den letzten Tagen wieder gezeigt, wie schnell „Risiko“ zurück auf die Agenda kommt: Geopolitik als Treiber, Energieabhängigkeiten in Asien, Europas strukturelle Schwächen und zugleich die Frage, wie Inflation, Zinsen und Staatsverschuldung in dieses Bild hineinspielen. Tobias Kramer und Christian W. Röhl (Chief Economist von Scalable Capital) ordnen das ein: Was davon ist fundamental? Was ist Momentum? Und warum sind exakte Prognosen bei Zinsen und Währungen in solchen Phasen oft eher Nebelwand als Orientierung? Im zweiten Teil geht es um Struktur, in der Analyse und fürs Vermögen: Tobias und Christian schauen auf Ray Dalios All-Weather-Portfolio als Framework, das Renditetreiber entlang von Wachstum und Inflation denkt. Was hat der Ansatz in den letzten Jahren geliefert? Wo kam die Stabilität her? Welche Bausteine müsste man heute pragmatischer aufsetzen? Ist Gold weiterhin ein Thema? Wie kann man Anleihen vernünftig und risikokonform abdecken? Zum Schluss wird es praktisch: eine verdichtete „Vier gewinnt“-Variante mit klarer und sehr kostengünstiger Rebalancing-Regel (Schwellen statt Kalender) – als Beispiel dafür, wie strategische Asset-Allokation über lange Zeiträume Volatilität und Drawdowns reduzieren kann, auch wenn man dadurch nicht in jeder Phase „optimal“ liegt. Ziel ist wie üblich Orientierung: Nicht unbedingt Recht behalten in fünf Tagen – sondern eine tragfähige Portfolio-Logik über Jahre einsetzen!